Wer pflegt Java?
Oracle, OpenJDK, der JCP, JEPs, Release-Rhythmus, LTS-Versionen und die Anbieter von Java.
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Java gehört nicht einer einzigen Firma, die ihre Pläne geheim hält. Es wird offen entwickelt, von einem Community-Prozess geleitet und von vielen Anbietern ausgeliefert. Sehen wir uns an, wer Java am Leben hält und wie es wächst.
Oracle und OpenJDK
Als Oracle 2010 Sun Microsystems übernahm, erbte es Java. Doch Oracle entwickelt Java nicht hinter verschlossenen Türen. Die Referenzimplementierung von Java ist OpenJDK - ein vollständig quelloffenes Projekt, das jeder lesen, nutzen und zu dem jeder beitragen kann.
Stell dir einen Garten vor, den jeder pflegen darf. Es gibt einen Chefgärtner (Oracle), der koordiniert, aber Freiwillige und Firmen von überall - Amazon, Microsoft, Red Hat, IBM - pflanzen, gießen und verbessern gemeinsam. Alle genießen die Früchte. Das ist OpenJDK: geteilt, transparent und kollaborativ.
Wie neue Funktionen entschieden werden: JCP und JEPs
Java entwickelt sich über zwei Hauptprozesse:
- Der Java Community Process (JCP) - ein formales Gremium, in dem Firmen und Einzelpersonen Änderungen über Dokumente namens JSRs (Java Specification Requests) vorschlagen und standardisieren.
- JEPs (JDK Enhancement Proposals) - gezielte Vorschläge für einzelne Funktionen oder Verbesserungen im JDK. Große Features wie die Stream-API oder virtuelle Threads begannen jeweils als JEP.
Dieser offene, bedachte Prozess ist der Grund, warum Java so stabil und abwärtskompatibel ist: Code, den du heute schreibst, läuft sehr wahrscheinlich auch in Jahrzehnten noch.
Warum Abwärtskompatibilität wichtig ist
Banken, Behörden und Fluggesellschaften betreiben Java-Systeme über Jahrzehnte. Javas sorgfältiger Änderungsprozess sorgt dafür, dass Upgrades bestehende Programme selten kaputtmachen - ein Hauptgrund, warum Unternehmen ihm so vertrauen.
Release-Rhythmus und LTS-Versionen
Seit 2017 folgt Java einem festen Plan: alle sechs Monate eine neue Version (zum Beispiel Java 21 im September, Java 22 im darauffolgenden März).
Die meisten sind „Feature-Releases", die nur bis zum nächsten unterstützt werden. Doch alle paar Jahre wird eine Version als Long-Term Support (LTS) bestimmt - sie erhält viele Jahre lang Updates und Sicherheitskorrekturen. Firmen bauen aus Stabilitätsgründen meist auf LTS-Versionen.
| Typ | Beispiele | Support |
|---|---|---|
| Feature-Release | Java 22, 23, 24 | ~6 Monate |
| LTS-Release | Java 8, 11, 17, 21, 25 | Mehrere Jahre |
Welche Version solltest du lernen?
Dieser Kurs zielt auf modernes Java (17+). Wenn du jetzt einrichtest, installiere das neueste LTS (Java 21 oder neuer). Fast alles hier gilt auch für Java 8 und höher.
Wer liefert Java aus? (Distributionen)
Weil OpenJDK quelloffen ist, bauen viele Anbieter eigene JDK-Builds - alle auf derselben OpenJDK-Quelle:
- Eclipse Temurin (vom Adoptium-Projekt) - eine beliebte, kostenlose Wahl
- Amazon Corretto - kostenlos, mit Langzeit-Support von Amazon
- Azul Zulu, Microsoft Build of OpenJDK, Red Hat und Oracles eigene Builds
Sie sind weitgehend austauschbar. Zum Lernen ist Eclipse Temurin eine tolle, unkomplizierte Wahl.
Kurze Überprüfung
Was ist OpenJDK?
Das Wichtigste
- Oracle betreut Java, aber es wird offen über das OpenJDK-Projekt entwickelt.
- Neue Funktionen werden über den Java Community Process (JSRs) standardisiert und als JEPs vorgeschlagen.
- Javas sorgfältiger Prozess hält es bemerkenswert stabil und abwärtskompatibel.
- Alle sechs Monate erscheint eine neue Version; LTS-Releases (8, 11, 17, 21, 25) erhalten Langzeit-Support.
- Viele Anbieter liefern OpenJDK-Builds - Temurin, Corretto, Zulu - und sie sind weitgehend austauschbar.
Jetzt, da du weißt, wer Java baut, sehen wir uns an, wie es funktioniert - JDK, JRE, JVM und der Weg vom Quellcode zum laufenden Programm.